Die Zusammensetzung der Darmflora von Patientinnen mit Fibromyalgie unterscheidet sich qualitativ und quantitativ von der anderer Frauen. Betroffen sind 19 Bakterienarten. Dies ist das Ergebnis einer in Montreal durchgeführten Studie mit 77 Fibromyalgie-Patientinnen im Alter zwischen 30 und 60 Jahren. Zum Vergleich wurden zusätzlich 79 Frauen aus drei Gruppen untersucht: weibliche Verwandte ersten Grades der Patientinnen, um einen möglichen genetischen Einfluss zu erfassen, sowie Personen aus dem Haushalt der Patientinnen und nicht verwandte, gesunde gleichaltrige Frauen. Bei den Fibromyalgie-Patientinnen wurden mit Faecalibacterium prausnitzii, Bacteroides uniformis, Prevotella copri und Blautia faecis vier Bakterienarten in geringerem Umfang nachgewiesen als in den Kontrollgruppen. Sechs Bakterienarten wurden dagegen in höherer Konzentration beobachtet. Gleichzeitig war der Butyrat-Serumspiegel bei den Betroffenen höher als bei den Vergleichspersonen, während ihr Propionat-Spiegel niedriger war. Die Abweichungen des Mikrobioms korrelierten mit dem Ausmaß der Beschwerden der Betroffenen. Ein auf Basis von maschinellem Lernen entwickelter Algorithmus konnte allein aufgrund der Daten aus dem Mikrobiom mit einer Genauigkeit von 87,8 % vorhersagen, ob eine Erkrankung vorlag oder nicht. Noch ist allerdings unklar, ob die beobachteten Veränderungen der Darmflora spezifisch für eine Fibromyalgie sind. Autorin: Sabine Ritter