Panorama
Naturheilpraxis 06/2022

Zoonosen auch bei uns möglich

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Bei Zoonose denken viele sofort an COVID-19. Wer könnte es ihnen verdenken? Doch gab und gibt es diese auch unabhängig von Corona. Eine Zoonose rührt auch nicht notgedrungen vom Kontakt mit exotischen Wildtieren. Auch bei uns kann es zur Krankheitsübertragung vom Tier auf den Menschen kommen. So befällt der Erreger Clamydia psittaci über 460 freilebende oder domestizierte Vogelarten, weiß Dr. Frank Imkamp vom Institut für Medizinische Mikrobiologie an der Universität Zürich. 15 Genotypen, die als leicht auf den Menschen übertragbar gelten, wurden bislang identifiziert. Clamydia abortus hingegen befällt Schafe und Ziegen. Beide Erreger können für den Menschen gefährlich werden und Fieber, Atemwegsbeschwerden und sogar lebensbedrohliche Pneumonien auslösen. Clamydia abortus kann auch zu Fehlgeburten bei Schwangeren führen. Infektionen mit Zoonosen stellen laut Imkamp eine wichtige Differenzialdiagnose bei atypischen Pneumonien dar. Daher sollte bei der Erhebung der Eigen- bzw. Fremdanamnese immer auch nach dem Kontakt mit Säugetieren, Vögeln und Reptilien gefragt werden.

Quelle

Medical Tribune. n.rpv.media/4w8

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Naturheilpraxis 06/2022

Erschienen am 01. Juni 2022