Panorama
Naturheilpraxis 11/2022

Zeckenspeichel schwächt Immunabwehr der Haut

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Dass Zecken gefährliche Krankheitsüberträger sind, ist bekannt. Doch warum das so ist, war bislang unklar. Ein Team von Wissenschaftlern der Universitätsklinik für Dermatologie der MedUni Wien hat herausgefunden, dass der Speichel der Zecken das Immunsystem der Haut hemmt. Das erhöht das Risiko für Erkrankungen, die beim Biss durch eine infizierte Zecke übertragen werden können, wie z. B. Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) oder Lyme-Borreliose. Die Forscher untersuchten dabei Hautproben von Probanden sowie menschliche Hautmodelle, auf denen ein Zeckenstich nachgeahmt wurde. Dabei wurden jeweils rasch auftretende Muster der Immunmodulation festgestellt. So wurde durch den Zeckenspeichel das immunologische Gedächtnis der T-Zellen gestört. Auch in frühen Stadien von Modellinfektionen durch Borrelia burgdorferi, dem häufigsten Erreger der Lyme-Borreliose, machten die Forscher ähnliche Beobachtungen. „Insgesamt zeigen wir, dass das Ansaugen der Zecke tiefgreifende Veränderungen im Immunsystem der Haut bewirkt, die die Abwehrreaktion hemmen. Das führt dazu, dass sich gefährliche Erreger, die gemeinsam mit dem Zeckenspeichel in die Haut eingebracht werden, leichter vermehren und so zu einer Infektion führen können“, erklärt Johanna Strobl, Erstautorin der Studie.

Quelle

Bionity. n.rpv.media/5cx

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