Panorama
Naturheilpraxis 02/2022

Xenotransplantation erstmalig beim Menschen durchgeführt

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In den USA wurde einem Patienten ein genetisch modifiziertes Schweineherz transplantiert. Ein Münchener Forscherteam um Herzchirurg Prof. Bruno Reichart hatte bereits Pavianen gentechnologisch angepasste Schweinherzen eingepflanzt. Beim Menschen ist die sogenannte Xenotransplantation aber neu. Schweineherzen eignen sich für die Transplantation beim Menschen besonders, weil sie dem menschlichen Herzen sehr ähnlich sind. Die gentechnischen Modifizierungen sind notwendig, weil trotz der Ähnlichkeit die Abstoßungsreaktionen wesentlich stärker wären als bei einem menschlichen Spenderherz. Zudem bestünde die Gefahr der Entstehung von Blutgerinnseln aufgrund des anderen Aufbaus der Gefäßinnenhaut des Schweinherzens. Fortschritte in der Gentechnik wie die Entwicklung der sogenannten Genschere haben die Xenotransplantation erst möglich gemacht. Wie lange das Schweineherz beim Menschen „funktioniert“, ist völlig ungewiss. Es fehlt an Langzeiterfahrungen bzw. -erkenntnissen. Das menschliche Spenderherz ist dem tierischen bei Weitem überlegen, doch der Mangel an Spenderorganen ist der Grund für die Forschung an genmodifizierten tierischen Organen. Die Xenotransplantation weiterer Organe ist noch Vision.

Quelle

idw-online. n.rpv.media/4bn

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Naturheilpraxis 02/2022

Erschienen am 01. Februar 2022