Panorama
Naturheilpraxis 12/2022

Wo Hautentzündungen entstehen

Lesezeit: ca. 1 Minute
lavizzara / shutterstock.com

Bei Sonnenbrand reagiert sie schnell mit schmerzhafter Entzündung. Doch was dabei genau passiert, war bislang nicht bekannt. Forscher haben nun eine molekulare Schaltzentrale entdeckt, an der Stress-Signale zusammenlaufen.

Fällt UV-Licht auf die Haut, kann es Zellmoleküle schädigen und Entzündungen auslösen. Denn in den Zellen erstellen die Ribosomen Proteine nach Vorgabe der Erbanlagen. Ist dieser Prozess gestört, lösen sie eine ribotoxische Stressantwort aus, die eine Kettenreaktion in Gang setzt und das Enzym p38 aktiviert. „Unsere Forschungen zeigen nun, dass p38 einen kritischen Schalter für Entzündungen in der Haut, NLRP1, direkt verändert und damit auf eine neuartige Weise aktiviert. Wenn NLRP1 angeschaltet wird, sorgt es dafür, dass die Zelle aus vielen verschiedenen Bausteinen ein sogenanntes Inflammasom zusammensetzt“, erklärt Prof. Dr. Florian Schmidt vom Institut für Angeborene Immunität des Universitätsklinikums Bonn. Inflammasomen können inaktive Botenstoffe für Entzündungen aktivieren und dafür sorgen, dass sich Löcher in der Zellmemban bilden, sodass die Botenstoffe nach außen gelangen. Durch Entzündungsreaktionen gehen somit Teile des Hautgewebes zugrunde. Manchmal kommt es jedoch wie bei Sonnenbrand zu überschießenden Reaktionen. Es wäre möglich, dass p38 hier einen neuen Ansatz liefern kann, diese zu unterdrücken.

Quelle

Idw-Informationsdienst Wissenschaft. n.rpv.media/5fx

Dieser Artikel ist erschienen in