Das Diabetes-Medikament Metformin hat einen starken Einfluss auf die Darmflora. Diese Entdeckung vor einigen Jahren war der Ausgangspunkt für weitere Forschungen von Dr. Sofia Forslund, Bioinformatikerin am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC). Sie ging in der jetzt in „Nature“ publizierten Studie der Frage nach, wie kardiometabolische Erkrankungen, insbesondere die Medikation, das Mikrobiom verändern und umgekehrt, welchen Einfluss die Darmflora auf die Erkrankung hat. Zu den kardiometabolischen Erkrankungen zählen zum Beispiel die koronare Herzkrankheit und Typ-2-Diabetes. Wichtige Studienergebnisse sind: Wiederholte Antibiotikagaben zerstören nachhaltig die Vielfalt der Darmmikroben und beeinflussen Entstehung und Verlauf kardiometabolischer Erkrankungen negativ. Außerdem verändern Medikamente die molekularen Merkmale des Mikrobioms und des Wirts erheblich; gleichzeitig eingenommene Medikamente können sich in ihrer Wirkung auf das Mikrobiom gegenseitig verstärken. Darüber hinaus stellten die Forscher fest, dass das Mikrobiom Aussagen über den Gesundheitszustand zulässt und Biomarker zur Beurteilung des Schweregrads von Krankheiten liefern kann.

Quelle

Informationsdienst Wissenschaft. n.rpv.media/470