Patienten mit chronischen Rückenschmerzen können von einer Begleittherapie mit Placebo profitieren. Zu diesem Schluss kamen Forscher aus Essen nach Auswertung des Feedbacks von 127 Freiwilligen, die über einen Zeitraum von drei Wochen entweder nur die üblichen Therapieangebote fortsetzten oder zusätzlich offen mit Placebo behandelt wurden. Vor Studienbeginn wurden die subjektive Schmerzwahrnehmung und die Stimmung, die Beweglichkeit und die funktionellen Einschränkungen im Alltag erfasst. Nach Abschluss der dreiwöchigen Placebo-Behandlung wurden die Studienteilnehmer erneut befragt und untersucht. Patienten, die ein Placebo erhalten hatten, litten im Unterschied zu den Probanden aus der Kontrollgruppe subjektiv unter weniger Schmerzen und hatten den Eindruck, beweglicher zu sein, obwohl objektive Messwerte diese Fortschritte nicht bestätigen  konnten. Zudem hatte sich die Stimmung unter dem Einfluss des Placebos verbessert. Da Placebos von den Teilnehmern nicht nur gut angenommen wurden, sondern auch sicher und nebenwirkungsarm sind, können sie nach Ansicht der Wissenschaftler in eine etablierte Schmerztherapie integriert werden. Autorin: Sabine Ritter