Gesundheitsfördernde Wirkungen von Wein und Rebwasser sind seit Jahrtausenden bekannt. Bereits die Sumerer hinterließen auf einer Tontafel ein Rezept, das Wein erwähnt. Hippokrates erwähnt die Behandlung mit Wein bei Magen-Darmproblemen, als Schmerzmittel, Schlafmittel etc. Hippokrates sagt auch: „Der Wein ist ein Ding, in wunderbarer Weise für den Menschen geeignet, vorausgesetzt, daß er bei guter und schlechter Gesundheit sinnvoll und in rechtem Maße verwendet wird.“

Mit dem Weinanbau der Römer, z. B. am Rhein, beginnt der erfolgreiche Einsatz von Wein in der Therapie. Bereits Plinius Secundus (23–79 n. Chr.) beschreibt in seinem 23. Buch die pharmakologischen Wirkungen des besonderen Saftes der Reben, und Galenus (ca. 129–199 n. Chr.) setzt Wein als Antiseptikum bei Verbrennungen, Hautreizungen etc. ein. In römischen Villen wird die Abstellkammer im oberen Geschoss Apoteka genannt. Dort wird auch der Weinvorrat in Amphoren gelagert; v. a. Kräuterwein. In mittelalterlichen Klöstern werden in dieser Kammer, die dann „Magazin“ genannt wird, neben Kräuterweinen auch Heilkräuter gelagert. Das Wasser ist damals oft ungenießbar und gesundheitsschädlich, sodass schon aus diesem Grunde der Wein bzw. Kräuterwein als Getränk bevorzugt wird und auch als Medium zum Ansetzen von Kräuterelixieren dient.
Im frühen 14. Jahrhundert verordnet der kaiserliche Hofarzt Rembotden bis heute weithin bekannten „Dämmerschoppen“. Das kurz vor Sonnenuntergang genossene Gläschen Wein in geselliger Runde gehört vor allem im größten Weinanbaugebiet Deutschlands, der Deutschen Weinstraße, bis heute zur Kultur und zum Lebensgefühl der Menschen.