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Unser Hirnvolumen und die Zusammensetzung aus weißer und grauer Substanz nehmen bis ins frühe Erwachsenenalter zu, bevor ein allmählicher Rückgang einsetzt. Für Körpergröße, Gewicht und Kopfumfang gibt es Wachstumstabellen, die erstmals Ende des 18. Jahrhunderts erstellt wurden und noch immer ein wichtiges Instrument für die Beurteilung der kindlichen Entwicklung sind. Erstaunlicherweise gab es für unser Gehirn bislang keine entsprechenden Kurven. Doch dies ändert sich nun: In ihrem Projekt „Brain Chart“ haben die Hirnforscher Jakob Seidlitz von der Universität von Pennsylvania und Richard Bethlehem von der Universität Cambridge Daten von Forschern in aller Welt zusammengetragen. Basierend auf Magnetresonanztomografien von über 100 000 Menschen, die einen Zeitraum vom 115. Tag nach der Befruchtung bis zum Alter von 100 Jahren umfassen, hat das Forscherteam erstmals Wachstumstabellen für unser Gehirn erstellt. Daran ist abzulesen, dass das Volumen der grauen Substanz bis zum sechsten Lebensjahr seinen Höhepunkt erreicht; die weiße hingegen bis zum 29. Lebensjahr wächst. Ab dem 50. Lebensjahr beschleunigt sich der Rückgang. Da auch Erkrankungen wie Alzheimer das Hirnvolumen verkleinern, können Angaben zur durchschnittlichen altersentsprechenden Hirngröße hilfreich sein.

Quelle

Deutsches Ärzteblatt. n.rpv.media/4w6

Dieser Artikel ist erschienen in

Naturheilpraxis 06/2022

Erschienen am 01. Juni 2022