Die Wirkungen von Heilpflanzen lassen sich nicht nur aus pharmakologischen Erkenntnissen ableiten, sondern auch durch eine hermetische Betrachtung. Form, Farbe, Standort – es gibt eine ganze Reihe von Zeichen, die uns etwas über das Wesen einer Pflanze und ihre Zuordnung zur Konstitution eines Patienten bzw. zu dessen Krankheitsgeschehen verraten können. 

„Gott hat die Natur gezeichnet, damit der Mensch immer alles finden kann, was er braucht.“ Dies war einer der Leitsprüche von Paracelsus. Er brachte darin nicht nur den Glauben an eine in sich logische und untereinander verbundene Schöpfung zum Ausdruck, sondern auch die Tatsache, dass wir die Zeichen studieren können, um zu wissen, wie wir mit der Apotheke der Natur umgehen und welches Heilkraut wir für welches Leiden verwenden können. Dies steht im völligen Gegensatz zur heutigen Praxis, bei der nur Analyse oder statistische Prinzipien gelten. Die moderne Pharmakologie und die Medizin haben nicht nur dazu geführt, dass es Tierversuche gibt, sondern auch dazu, dass selbst in der Naturmedizin oft nur nach schulmedizinischen Kriterien gehandelt wird. Wir sind an den Gedanken gewöhnt worden, Arzneimittel nach Symptomen für alle Patienten gleich einzusetzen, und wir finden es inzwischen normal, dass man auch die Heilpflanzen wie isolierte Pharmaka ansieht, statt ihre Natur als lebende Wesen zu betrachten. Signaturenlehre bedeutet, die Zeichen an Pflanzen zu lesen, die sie mit einem der sieben ptolemäischen Himmelskörper in Verbindung bringt. Wenn der Makrokosmos den Mikrokosmos durch Resonanzphänomene prägt, ist diese Prägung für alle sichtbar. Bei Pflanzen können wir Form, Farbe, Textur und Duft betrachten, abgesehen von ihren biochemischen Inhaltsstoffen und ihrer Anpassung an die klimatischen Verhältnisse.