Wenn über 1 000 Heilpraktiker, Ärzte und Hebammen plötzlich aufstehen, ihr Becken hin und her kippen, sich einen Dinosaurierschwanz imaginieren und laut tönen, dann steht wahrscheinlich Susanne Schwärzler auf der Bühne. Die Demeter-Bäuerin, Heilpraktikerin und bekannte Referentin zum Thema Beckenboden ist dann in ihrem Element. Was bedeutet der Beckenboden für Susanne Schwärzler, was sind ihre 30-jährigen Erfahrungen mit Kursteilnehmern und Patienten und was hat es mit den Hörnern auf sich? Darüber haben wir mit Susanne Schwärzler gesprochen.

Frau Schwärzler, Sie haben mehrere Fachbücher zum Thema Beckenboden verfasst, sind eine gefragte Referentin und Kursleiterin zu eben diesem Thema, Sie betreiben mit Ihrem Mann seit 35 Jahren einen Demeter-Bauernhof bei Kempten und sind als Heilpraktikerin tätig. Können Sie kurz schildern, wie Ihr Alltag aussieht und wie Sie die verschiedenen Tätigkeiten organisiert haben?

Morgens ab circa 6 Uhr beginnt meine Beckenbodenaktivität bereits durch Gähnen und Dehnen im Bett. Beim Aufsetzen und Aufstehen unterstützt mich mein reaktiv trainierter Beckenboden. Bei allen Hofarbeiten wie Füttern und Ausmisten der Kühe, Schafe und Hühner, sogar beim Traktorfahren, achte ich auf eine korrekte Atmung, Körperhaltung und gezielte Anspannung meiner einzelnen Beckenbodenschichten, da dadurch die Gelenke und Bandscheiben entlastet und dafür die gesamte Körpermuskulatur trainiert wird. Nach dem Frühstück stehen bei schönem Wetter Wald-, Garten- und Feldarbeiten an. Bei schlechtem Wetter ist Büroarbeit angesagt, was für mich als Bewegungsmensch viel fordernder ist als manch körperliche Arbeit. Der Nachmittag gestaltet sich oft mit der Fortführung der angefangenen Arbeiten. Wenn es die Situation erlaubt, gönne ich mir Freizeitaktivitäten, wie einen Spaziergang, eine herausfordernde Berg- und Klettertour oder Radtour – am liebsten bilde ich mich mit Fachliteratur weiter. Um 17 Uhr ist dann wieder Stallzeit. Anschließend mache ich mich auf den Weg zu meinen Kursen in der Umgebung.