Der gutartige Lagerungsschwindel (BPPV) ist die am häufigsten auftretende Schwindelform, zwischen zwei und drei Prozent aller Menschen erleben ihn mindestens einmal im Leben. Dabei kommt es nach einer Kopflageänderung zu kurzen ausgeprägten Drehschwindelattacken. Dieser Schwindel klingt oft von selbst wieder ab, neigt aber häufig zu Rezidiven (50–56 %). Bisher ist das manuelle Befreiungsmanöver, bei dem der Kopf des Patienten in einer bestimmten Abfolge von Lagerungspositionen bewegt wird, um die ursächlichen Ohrsteinchen (Otokonien) aus dem Bogengang des Ohrs herauszubekommen, die einzige evidenzbasierte Therapieoption für den BPPV. Die Supplementierung von Vitamin D und Kalzium könnte jedoch eine effektive Prophylaxe darstellen und helfen, die Rezidivhäufigkeit zu reduzieren. Denn BPPV steht wohl mit einem Vitamin-D-Mangel und teils auch Kalziummangel in Zusammenhang – Studien haben gezeigt, dass die Vitamin-D- und Kalziumwerte von BPPV-Patienten oft erniedrigt sind. Eine randomisierte Multicenterstudie, die prospektiv den Effekt einer Vitamin-D- und Kalzium-Supplementierung zur Prophylaxe des Wiederauftretens des BPPV an über 1 000 Patienten untersuchte, bestätigt diesen Verdacht: Durch die tägliche orale Einnahme von 800 I.E. Vitamin D und 1 000 mg Kalzium für ein Jahr sank die Rezidivrate von BPPV-Patienten signifikant. Insbesondere bei Patienten mit häufigen Rezidiven kann es sich lohnen, die Vitamin-D- und Kalziumspiegel zu untersuchen und gegebenenfalls eine Supplementierung zu beginnen.

Quelle

Informationsdienst Wissenschaft. n.rpv.media/1qu