Die antiinflammatorischen Effekte von Vitamin D sind bekannt und werden bei einigen chronisch-entzündlichen Erkrankungen bereits genutzt. Auch bei Migräneattacken spielen entzündliche Prozesse eine Rolle, weshalb Forscher wissen wollten, ob Vitamin D die Intensität oder Häufigkeit von Migräneattacken verringern kann. In einer placebokontrollierten Doppelblindstudie erhielten 80 Migränepatienten für drei Monate entweder 2 000 Einheiten Vitamin D pro Tag oder ein Placebo. Zu Beginn und Ende der Studie wurde ermittelt, wie häufig, stark und lange die Patienten Migräneattacken erlitten und welche Schmerzmittelmenge sie zur Behandlung benötigten. Zusätzlich wurden entzündliche Prozesse im Körper anhand der Blutwerte von Interleukinen (IL-6 und IL-10), Stickoxid-Synthase (iNOS) und einer Form der Cyclooxygenase (COX-2) gemessen. Nach den drei Monaten zeigte sich ein messbarer Einfluss der Vitamin-D-Supplementation auf die Häufigkeit und Stärke episodischer Migräneanfälle: Die Kopfschmerztage wurden reduziert, die Attacken verkürzt, die Schmerzen wurden schwächer, und es waren geringere Mengen Schmerzmittel nötig. Zudem wurde bei den Mitgliedern der Vitamin-D-Gruppe eine deutlich geringere Konzentration der Entzündungsmarker iNOS und IL-6 im Blut gemessen. Die Gabe von Vitamin D könnte also eine ergänzende Therapieoption bei Migräne sein.