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Naturheilpraxis 02/2020

Vitalstoffe bei Schlafstörungen

In unserer modernen, schnelllebigen Welt kommen Schlafstörungen häufig vor. Bei sehr viel Stress oder Belastungen kann jeder Mensch von Ein- oder Durchschlafstörungen betroffen sein. Sind diese kurzfristig, für wenige Nächte, sind sie unproblematisch und leicht kompensierbar. Dauern Schlafstörungen länger als drei bis vier Wochen an, müssen sie behandelt werden.

Ein Beitrag von Nathalie Schmidt und Dr. Edmund Schmidt
Lesezeit: ca. 8 Minuten
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Derzeit leiden 30 % der Deutschen an einer behandlungsbedürftigen Schlafstörung. Wenn sich der Schlaf nachts nicht einstellen will, greifen viele Menschen zu Schlaftabletten und müssen feststellen, dass der chemisch induzierte Schlaf nicht erholsam ist. Dies liegt an dem Umstand, dass die sogenannten REM-Phasen (rapid eye movement) fehlen. Um am nächsten Morgen erholt aus dem Bett zu steigen, benötigen wir mehrere dieser Phasen, in denen sich die Augen schnell hin und her bewegen. Denn in diesem Zustand ist unser Gehirn frei von jeglicher Kontrolle und kann abschalten. Manchmal erinnern wir uns beim Aufwachen an einen Traum, doch während der Nacht produzieren wir eine große Zahl von unterschiedlichen Träumen. In einer REM-Phase sinkt der Muskeltonus, um Bewegungen im Schlaf zu vermeiden und den Körper zu schützen. Die REM-Phasen finden normalerweise alle zwei Stunden statt und tragen wesentlich dazu bei, dass der Schlaf als erholsam eingestuft wird und wir leistungsfähig bleiben. Eine tägliche Schlafenszeit von sieben bis acht Stunden ist für unsere Gesundheit sehr förderlich.

Formen der Schlafstörungen

Folgende Formen der Schlafstörungen sind bekannt:

  • Insomnien: Hierunter fallen Einschlafstörungen, Durchschlafstörungen, frühmorgendliches Erwachen und dauerhaft unbefriedigender Schlaf. Die Betroffenen sind ständig müde und in einer depressiven Grundstimmung. Sie klagen über ein chronisches Müdigkeitssyndrom, oft mit frontalen Kopfschmerzen. Häufig lösen Stress und Ängste, aber auch elektronische Spiele eine Insomnie aus.
  • Schlafbezogene Atmungsstörungen: Hierzu zählt die Schlafapnoe mit nächtlichem Aussetzen der Atmung. Diese kann schwerwiegende Gesundheitsstörungen bis hin zur koronaren Herzkrankheit hervorrufen.
  • Hypersomnien: Bei diesen Schlafstörungen leiden die Betroffenen in erster Linie unter übermäßiger Müdigkeit am Tag, obwohl die nächtliche Schlafmenge ausreichend ist. Zu den Hypersomnien zählt zum Beispiel die Narkolepsie (Schlafkrankheit). Oft ist diese Schlafstörung bei Erkrankungen des Gehirnes oder bei Abhängigkeitssyndromen zu finden.
  • Zirkadiane Schlaf-wach-Rhythmus-Störungen: Solche Rhythmusstörungen können etwa durch Zeitzonenwechsel (Jetlag), Schichtarbeit, organische Erkrankungen oder Medikamenten- bzw. Substanzmittelmissbrauch ausgelöst werden. Sie führen zu Insomnie und massiver Tagesschläfrigkeit.
  • Parasomnien: Das sind episodische Unterbrechungen des Schlafes durch ungewöhnliche körperliche Phänomene oder Verhaltensweisen, wie Schlafwandeln, nächtliche Albträume, nächtliches Stöhnen, schlafbezogene Essstörung oder wiederholte, unbewusste Blasenentleerung während des Schlafes.
  • Schlafbezogene Bewegungsstörungen: Die Schlafstörungen werden hier durch einfache, meist stereotype Bewegungen verursacht. Eine der häufigsten schlafbezogenen Bewegungsstörungen ist das Restless-Legs-Syndrom (RLS). Diese Störung wird als äußerst unangenehm und belastend empfunden. Weitere Schlafstörungen in dieser Kategorie sind zum Beispiel periodische Bewegungsstörungen der Gliedmaßen und nächtliches Zähneknirschen.
  • Isolierte Symptome, Normvarianten, ungelöste Probleme: In diese Kategorie fallen alle schlafbezogenen Symptome, die an der Grenze zwischen normal und krankhaft (pathologisch) stehen oder die sich aus wissenschaftlicher Sicht noch nicht eindeutig als normal oder krankhaft einstufen lassen. Beispiele: Kurzschläfer (brauchen weniger als fünf Stunden Schlaf pro 24 Stunden), Langschläfer (brauchen meist mehr als zehn bis zwölf Stunden Schlaf pro 24 Stunden) sowie starke, wiederholte Muskelzuckungen beim Einschlafen (Einschlafzuckungen). Auch primäres (gutartiges) Schnarchen und Sprechen im Schlaf werden dieser Kategorie zugeordnet, obwohl sie den Schlaf des Betreffenden meist nicht stören – wohl aber den des Bettnachbarn.
  • Andere Schlafstörungen: Gemeint sind alle Schlafstörungen, die sich keiner der anderen Kategorien zuordnen lassen, etwa weil sie noch nicht ausreichend untersucht wurden oder Merkmale verschiedener Kategorien von Schlafstörungen aufweisen.

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Naturheilpraxis 02/2020

Erschienen am 03. Februar 2020