Eine Grundbedingung allen Lebens ist der stete Austausch der Individuen mit ihrer Umwelt. Aber nicht alles, was diese Umwelt bereithält, ist auch förderlich, manches ist gar tödlich. Dies kann an der großen Aggressivität der Erreger und/oder daran liegen, dass sie vom Immunsystem nicht erkannt werden oder sich schnell verändern. Die entscheidende Frage lautet also: Wie bringen wir unser Immunsystem auch für unbekannte Herausforderungen optimal in Stellung, damit es auch gefährlichen, neuen Viren adäquat begegnen kann?

Zum Schutz vor Angriffen von außen haben alle Lebewesen eigene Abwehrstrategien entwickelt. Dazu zählt bei Mikroorganismen auf grundlegendster Ebene bereits die Zellmembran, die empfindliche Prozesse im Inneren der Zelle von der Außenwelt abschirmt. Pflanzen verfügen zwar nicht über ein lernfähiges Immunsystem wie Tiere, aber ihr unspezifisches Immunsystem kann als Entsprechung zum angeborenen Immunsystem der Tiere aufgefasst werden (1). So reagieren Pflanzen auf Eindringlinge beispielsweise durch vermehrte Bildung sekundärer Pflanzenstoffe mit antibakteriellen Eigenschaften oder durch verstärkte Synthese von Lignin, um die Erregerausbreitung durch eine physikalische Barriere zu verhindern (2). Das adaptive Immunsystem von Tieren – und damit auch von uns Menschen – ist noch flexibler: Es lernt durch Kontakt mit unbekannten Pathogenen und ist so bei einer erneuten Infektion dank spezifischer Antikörper bestens gewappnet. Allerdings ist die Leistungsfähigkeit des Immunsystems begrenzt. Immer wieder gibt es Pathogene, die uns schwer erkranken lassen.