In der Naturheilkunde sind Viren seit Jahrhunderten ein Thema, auch wenn unsere Vorfahren nicht wussten, dass sie von viralen Erkrankungen sprechen. So hat schon die Äbtissin Hildegard von Bingen kleine Tierchen erwähnt, die Menschen krank machen. Offiziell sind Viren erst seit dem späten 19. Jahrhundert als biologische Einheit bekannt. Beschreibungen von Viruserkrankungen sind allerdings bedeutend älter. 

Das Wort „Virus“ wurde zum ersten Mal von Aulus Cornelius Celsus im 1. Jahrhundert vor Christus benutzt. Celsus war römischer Enzyklopädist und bedeutender Medizinschriftsteller. Er bezeichnete den Speichel, durch den die Tollwut-Erkrankung übertragen wurde, als „giftig“ (lat. virus). Als Entdecker der Viren gilt Adolf Mayer. Bei Experimenten mit der Tabak-Mosaik-Krankheit gelang ihm 1882 unwissentlich eine virale Erregerübertragung, indem er den Saft infizierter Pflanzen auf gesunde übertrug und bei diesen die Krankheit auslöste. Für diese Übertragung hatte man bereits im 18. Jahrhundert das Wort Virus (Gift, Saft) verwendet. Damals hatte die Londoner Times in einem Nachruf auf einen Arzt eine Virus-(Gift-)Infektion beschrieben: „Beim Zunähen einer sezierten Leiche hatte er sich in die Hand gestochen, wobei ein wenig Virussubstanz übertragen wurde, oder anders gesagt, ihm wurde Fäulnis eingeimpft.“