Ein kürzlich entdeckter Naturstoff, der von Bakterien stammt, die an Ginsengwurzeln leben, ist ein aussichtsreicher neuartiger Wirkstoffkandidat im Kampf gegen Alzheimer-Demenz. Eine Spezies von Wurzelmikroben nutzt offenbar Rohstoffe aus dem Ginseng, um daraus einen zuvor unbekannten Naturstoff zu produzieren: Rhizolutin. Auf einem mit Ginseng-Pulver versetzten Nährmedium im Labor produzierten die Mikroben zehnmal mehr Rhizolutin als im Erdreich. Dieser Naturstoff ist aufgrund seiner einzigartigen chemischen Struktur wohl in der Lage, die für Alzheimer typischen Proteinablagerungen (Plaques) im Gehirn aufzulösen und dadurch verursachte Entzündungen zu hemmen. In Versuchen mit Mäusen und Zellkulturen konnte der Naturstoff sowohl die Beta-Amyloid-Plaques als auch die verknäulten Tau-Proteine auflösen, Entzündungen hemmen und das Absterben der Gehirnzellen verhindern. Der Wirkmechanismus von Rhizolutin ähnelt laut den Forschern dem Mechanismus einiger in klinischen Studien getesteter Immuntherapien, bei denen spezielle Antikörper an die Proteine in den Plaques binden und sie zersetzen. Weitere Studien sollen nun prüfen, ob sich Rhizolutin tatsächlich als Wirkstoff gegen Alzheimer eignen könnte.

Quelle

Scinexx. n.rpv.media/2lm