Chronische Schmerzen sind unter Jugendlichen deutlich stärker verbreitet als bisher angenommen: Fast ein Drittel der deutschen Schüler hat chronische Schmerzen (31 %). Das hat eine Querschnittstudie ergeben, für die 2 220 Schüler an fünf Schulen in Nordrhein-Westfalen befragt wurden. Die Schüler waren durchschnittlich 13 Jahre alt und besuchten eine weiterführende Schulform. Als chronisch wurde ein Schmerz eingestuft, wenn er mindestens einmal die Woche über drei Monate hinweg auftrat. Die Schmerzschwere wurde anhand des Chronic Pain Grading (CPG, Grad 0–4) eingeteilt, wobei Schmerzintensität, Beeinträchtigungen und schmerzbedingten Fehltage berücksichtigt wurden. Gemäß CPG hatten 7,2 Prozent der Befragten leichte chronische Schmerzen (Grad 1), 15,7 Prozent mäßige (Grad 2), 6,6 Prozent schwere (Grad 3) und 1,6 Prozent sogar sehr schwere chronische Schmerzen (Grad 4). Die schweren bis sehr schweren chronischen Schmerzen traten deutlich häufiger bei Mädchen (12,1 %) als bei Jungen (3,9 %) auf. Am häufigsten waren Kopfschmerzen, gefolgt von abdominellen oder muskuloskelettalen Schmerzen und Schmerzen an mehreren Stellen. Auffallend war, dass ausgeprägte Schmerzen in der Regel mit psychischen und emotionalen Problemen sowie Schlafstörungen einhergingen, die den Bildungserfolg beeinträchtigten.

Quelle

ÄrzteZeitung. n.rpv.media/248