Wissenschaftler, die an dem Forschungsprogramm „Humans & the Microbiome“ des Canadian Institute for Advanced Research (CIFAR) beteiligt sind, vermuten, dass einige Erkrankungen, die bisher als nichtübertragbar eingestuft werden, unter Umständen doch weitergegeben werden. Sie gehen davon aus, dass das Mikrobiom von Mensch zu Mensch übertragen wird und so einen Anteil an der Verbreitung vieler Erkrankungen haben könnte. Zu diesem Schluss kamen sie, weil unter anderem Adipositas, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Diabetes mellitus Typ 2 oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit einer veränderten Zusammensetzung der menschlichen Darmflora einhergehen. Überträgt man das veränderte Mikrobiom von betroffenen Tieren im Labor auf ursprünglich gesunde Tiere, können diese ebenfalls erkranken. Darüber hinaus zeigen die bisher gewonnenen Daten, dass sich das Mikrobiom von Tieren, die im Labor gemeinsam gehalten werden, ebenso angleicht wie das von Ehepartnern. Dies wird unter anderem auf die gemeinsame Nahrungsaufnahme zurückgeführt. Doch die Forscher mutmaßen, dass bei intensiven sozialen Kontakten möglicherweise auch eine Übertragung des Mikrobioms erfolgt. Weitere Untersuchungen sollen nun klären, ob diese These korrekt ist, und zur Ermittlung möglicher Übertragungswege beitragen. Autorin: Sabine Ritter