Urtinkturen stellen für die Herstellung von homöopathischen Arzneimitteln eine unverzichtbare Voraussetzung dar. Tinkturen sind wesentlich günstiger, konzentrierter und stehen Urtinkturen hinsichtlich ihrer Wirkung, beispielsweise zur Behandlung von Verdauungsstörungen, in nichts nach. Dennoch gibt es Unterschiede.

Um Urtinkturen gibt es einen Hype, der nicht unbedingt gerechtfertigt ist. Sie sind für Patienten oft zwei- bis dreimal so teuer wie Tinkturen und leisten dabei keineswegs mehr. Dies soll nicht heißen, dass Urtinkturen keine Berechtigung haben – im Gegenteil. Ohne Urtinkturen gäbe es keine Ausgangssubstanz für die Herstellung homöopathischer Arzneimittel und damit die Homöopathie an sich nicht. Denn nur aus Urtinkturen darf man laut homöopathischem Arzneibuch nach Hahnemann Globuli, Dilutionen und Pulver herstellen. Hahnemann wünschte hierzu die Verwendung der Frischpflanze (bei Tinkturen: der getrockneten Pflanze), schränkte dies jedoch ein: Sollte die Frischpflanze nicht in hervorragender Qualität verfügbar sein, durfte auf die getrocknete Pflanze ausgewichen werden. Da aber frische Ware damals schnell verdarb, waren alle Ausgangsdrogen, die aus Übersee oder von weiter herkamen, per se getrocknet zubereitet.