Fachforum
Naturheilpraxis 12/2019

Unterstützung des kindlichen Immunsystems

Welche Nahrungsergänzung ist sinnvoll?

Laut Studien erleiden Kinder durchschnittlich sechs bis acht Infektionen pro Jahr und sind durchschnittlich sieben bis zehn Tage im Jahr krank . Der Grund für die Häufigkeit rezidivierender Infekte liegt in der immunologischen Unreife des Kindes – in Kombination mit der Ansteckungsgefahr durch häufigen Kontakt mit anderen Kindern in Schule und Kindergarten. Im Folgenden sollen naturheilkundliche und orthomolekulare Substanzen vorgestellt werden, mit denen die Abwehr von Babys und Kindern unterstützt werden kann.

Ein Beitrag von Dr. Mathias Oldhaver
Lesezeit: ca. 11 Minuten
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Abgesehen von primären oder sekundären Immundefiziten liegt die Ursache kindlicher Immunschwäche nicht selten in Defekten der natürlichen Abwehrbarrieren. Eine der wichtigsten ist die Darmflora, die gerade beim Kind aufgrund häufiger Antibiotikagabe oft gestört ist.

Basis: Förderung des gesunden Mikrobioms

Eine Stärkung des darmbasierten Immunsystems erreicht man am besten mit speziellen Probiotika. Dabei kann die Gabe von Milchsäurebakterien bereits im frühen Kleinkindalter sinnvoll sein – besonders dann, wenn die Kinder nicht gestillt wurden und/oder durch Kaiserschnitt zur Welt kamen. Denn die Darmflora von Kleinkindern ist oft (noch) nicht besonders ausdifferenziert und instabil. Hintergründe hierfür sind u. a. vermehrte Kaiserschnittgeburten, fehlendes Stillen, übertriebene Hygiene, vermehrte Antibiotikagabe und falsche Ernährung mit zu viel Zucker, vielen Weißmehlprodukten, ungesunden Fetten und zu wenig Ballaststoffen, Obst und Gemüse. Häufige Folgen sind eine höhere Anfälligkeit und Provenienz für Allergien. Viele Studien zeigen, dass Probiotika einen stabilisierenden Effekt auf die Darmflora ausüben können (1). Besonders spezielle Stämme des Lactobacillus acidophilus, des Bifidobacterium longum und des Bifidobacterium lactis haben in Studien positive Effekte bei Kleinkindern gezeigt. Diese Bakterienstämme sollten in einer hohen Konzentration von drei bis sechs Milliarden pro Tagesdosis vorliegen.

Auch synbiotische Kombinationen von probiotischen Milchsäurebakterien und präbiotischen Ballaststoffen können die Häufigkeit von Infektionen bei Kindern um etwa 25 Prozent reduzieren. In einer Studie konnten durch deren Gabe Hals-Nasen-Ohren-, bronchopulmonale und Magenerkrankungen im Winter signifikant verringern werden (2). Positive Effekte sind auch in Bezug auf atopische Dermatitis (AD) bzw. Neurodermitis festzustellen. Die Häufigkeit von AD bei Kleinkindern hat in den letzten Jahrzehnten zugenommen. Studien zeigen, dass durch den Einsatz von Synbiotika deutlich bessere Ergebnisse bei der Behandlung der AD erzielt werden. Eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie an Kleinkindern mit AD hat gezeigt, dass Synbiotika in der Lage sind, die Manifestationen der AD deutlich zu verbessern (3). Kleinkinder mit AD haben zudem ein hohes Risiko, Asthma zu entwickeln. Eine weitere randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie legt nahe, dass eine frühe Intervention mit Synbiotika die Prävalenz von Asthma-ähnlichen Symptomen verhindert (4).

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Naturheilpraxis 12/2019

Erschienen am 02. Dezember 2019