Die aktuellen Leitlinien raten von einer antibiotischen Therapie mit Fluorchinolonen und Cephalosporinen bei unkomplizierten Harnwegsinfektionen ab. Stattdessen gehen die Empfehlungen hin zu natürlichen Optionen für die unterstützende Therapie und Prophylaxe.

Zystitiden sind ein typisches Frauenproblem. Typisch ist leider auch, dass die Hälfte der über drei Millionen betroffenen Frauen in Deutschland unter häufig wiederkehrenden Harnwegsinfektionen leidet – und das oft trotz vorangegangener Antibiose, die das auslösende Enterobakterium E. coli zunächst effektiv bekämpft. Schmerzen, Brennen beim Wasserlassen und häufiger Harndrang belasten den Alltag und das Wohlbefinden. Hinzu kommen Frustration und Angst vor der nächsten Zystitis.

Antibiose stark umstritten bei rezidivierender unkomplizierter Zystitis

Eine Antibiose ist unter anderem aufgrund der bedenklichen Resistenzenlage als die Therapie der Wahl bei Zystitiden stark umstritten. Nach den aktuellen Leitlinienempfehlungen wird von einer antibiotischen Therapie mit Fluorchinolonen und Cephalosporinen bei leichten bis schweren Infektionen wie den unkomplizierten Harnwegsinfektionen abgeraten. Zur Vorbeugung von Zystitiden sind Fluorchinolone seit dem 1. Mai 2019 nicht mehr zugelassen. In Deutschland sollten folgende Antibiotika der Wirkstoffklasse der Fluorchinolone nicht mehr als Mittel der ersten Wahl bei unkomplizierten Harnwegsinfektionen eingesetzt werden: Ciprofloxacin, Norfloxacin, Ofloxacin und Levofloxacin.