Die Zahl Übergewichtiger nimmt immer weiter zu. Damit steigt auch das Risiko einer Erkrankung. Doch wie sind die Risiken für Betroffene am anderen Ende der Skala zu bewerten? Forscher aus Südkorea haben herausgefunden, dass Untergewicht für die Herzgesundheit schädlicher ist als Übergewicht. Hierfür werteten sie die Krankheitsdaten von etwa 500 000 US-Amerikanern aus und stellten fest, dass Personen mit einem BMI von unter 18,5 ein um circa 20 Prozent höheres Herzinfarkt-, Schlaganfall- und KHK-Risiko aufwiesen als Normalgewichtige. Bei Fettleibigen lag die erhöhte Wahrscheinlichkeit bei fast 100 Prozent. Um das Ergebnis weiter zu spezifizieren, filterten die Forscher Störfaktoren wie hohe Blutdruck- und Blutfettwerte heraus. Die bereinigten Daten attestierten für adipöse Patienten ein erhöhtes Risiko von 15 Prozent, dasjenige der Untergewichtigen fiel sogar 24 Prozent höher aus. Bei übergewichtigen Teilnehmern ließ sich kein Zusammenhang mit Herzleiden feststellen; daher schließen die Autoren, dass Untergewicht ein unabhängiger Faktor für kardiovaskuläre Krankheiten sein kann.
Gründe sehen sie in der geringeren Muskelmasse Untergewichtiger. Normalerweise trägt diese zum Abbau krankheitsfördernder Stoffe wie Kortisol oder erhöhter Blutfettwerte bei. Auch sind Untergewichtige häufiger mangelernährt. Fehlen bestimmte Vitamine oder Mineralstoffe, kann nach Meinung der Forscher auch das Herz-Kreislauf-Risiko steigen.