Blutwerte sind weit mehr als Zahlenkolonnen, sie geben uns Auskunft über den Grad unseres Wohlergehens und können auf mögliche Erkrankungen hinweisen.

Laboranalysen sollten nicht das Kranksein des Patienten objektivieren, sondern dem Arzt oder Heilpraktiker ein genaueres Verständnis davon vermitteln, was im Körper abläuft. Am besten im Sinne eines Bildes, jenseits von Krankheitsbenennung und Diagnose, um das individuelle Kranksein des Patienten zu verstehen und ihn dann ursachenorientiert behandeln zu können. Das ist das Ziel der ganzheitlichen Laborinterpretation.
Die Basis dafür bietet eine umfangreiche Vital- und Stoffwechselanalyse, die etwa 70 Laborwerte umfasst. Damit die Interpretation für den Patienten verständlich wird, hat das von mir genutzte Labor den Einzelwerten keinen fixen Normbereich mehr zugewiesen, sondern eine Ampel unterlegt (siehe Abb. 1).
Der grüne Balken markiert den unbedenklichen Wertebereich (Optimum), der an den Rändern jedoch kontinuierlich in einen gelben Warnbereich (Regulationsstörung) übergeht und schließlich in einen roten Alarmbereich (Klinisch) ausläuft. Das klassische Schwarz-Weiß-Schema, welches nur ein „innerhalb oder außerhalb des Normbereichs“ zulässt, wird dadurch um wertvolle Schattierungen bereichert. So lassen sich bereits frühzeitig Tendenzen zu einer Stoffwechselentgleisung oder Schwächen einzelner Organe erkennen.