Ältere Menschen reagieren auf manche Wirkstoffe empfindlicher oder anders als jüngere Patienten. Um für Personen ab 65 Jahren die Medikamentenverordnung sicherer zu gestalten und möglicherweise unerwünschte Effekte zu vermeiden, wurde 2010 erstmals die sogenannte Priscus-Liste veröffentlicht. Sie enthielt damals 83 Wirkstoffe, die bei älteren Menschen kritisch betrachtet werden sollten. Diese Liste wurde jetzt aktualisiert. Professorin Dr. Petra Thürmann, die an der Universität Witten/Herdecke den Lehrstuhl für Klinische Pharmakologie innehat, war 2010 federführende Autorin und ist auch für die Überarbeitung der Priscus-Liste verantwortlich. Die Priscus-Liste 2.0 soll in Bälde auf der Website (priscus2-0.de) veröffentlicht werden. Die Anzahl potenziell inadäquater Medikationen (PIM) wurde erweitert. Neu in Priscus 2.0 ist unter anderem, dass manche Wirkstoffe in Abhängigkeit von der Dosierung oder der Anwendungsdauer als PIM eingestuft werden. So werden zum Beispiel Protonenpumpenhemmer erst nach einer Einnahmedauer von mehr als acht Wochen zu einem potenziell inadäquaten Medikament. Die Liste nennt neben den PIM auch Alternativen, einschränkende Begleiterkrankungen und mögliche Begleitmaßnahmen.

Quelle

Pharmazeutische Zeitung. n.rpv.media/46z