Hinsichtlich der Ernährungsempfehlungen für Typ-2-Diabetiker zeichnet sich ein Paradigmenwechsel ab. Da in den vergangenen Jahren viele Studien mit kohlenhydratreduzierten Ernährungsinterventionen Verbesserungen in Bezug auf kardiometabolische Risikoparameter bei Typ-2-Diabetikern erreichen und sogar Einsparung von Medikamenten und Diabetesremissionen erzielen konnten, rückt die Kohlenhydratreduktion zunehmend als Therapieoption in den Fokus. Die etablierten Empfehlungen sahen bislang keine Kohlenhydratreduktion vor. Die Nationale Versorgungsleitlinie macht keine Angaben zu bestimmten Diätformen für eine Ernährungstherapie und die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) rät nur zur Begrenzung der Aufnahme von Zucker und Zuckeralkoholen mit Speisen und Getränken. Eine Begrenzung stärkereicher Nahrung an sich wird nicht erwähnt. Die gemeinsame Leitlinie der American Diabetes Association (ADA) und der European Association for the Study of Diabetes (EASD) wurde hingegen bereits überarbeitet und bezeichnet kohlenhydratreduzierte Ernährungsformen als probate Option für die Ernährungstherapie des Typ-2-Diabetes. Verschiedene Metaanalysen hätten laut der Leitlinie in den vergangenen Jahren gezeigt, dass kohlenhydratreduzierte Ernährungsformen den Patienten eine bessere Blutzucker- und Gewichtskontrolle erlauben. Auch mediterrane Ernährung, Paleo-Diät und intermittierendes Fasten hätten sich in dieser Hinsicht als hilfreich erwiesen. Mithilfe von Formula- und ketogenen Diäten seien sogar bei schon länger manifestem Typ-2-Diabetes Remissionen erreicht worden.

Quelle

Springer Medizin. n.rpv.media/32k