Eine Übersäuerung oder genauer ein Verlust an Pufferkapazität ist in der Praxis immer häufiger anzutreffen. Sie verbirgt sich hinter vielen unspezifischen Beschwerden und chronischen Krankheiten. In diesem Artikel beleuchten wir die Fragen: Welche Symptome macht eine Übersäuerung, wo kommt sie her, wie erkennen wir sie, und wie wird sie behandelt?

Der pH-Wert gibt an, wie sauer oder basisch ein Medium ist. Die Skala reicht von 0 bis 14, wobei 7 neutral ist. Je niedriger der pH-Wert, desto saurer ist das Milieu, und je höher der pH-Wert, desto basischer ist es.

​ Abb. 1: Skala des pH-Wertes ​Pflaum Verlag
​ Abb. 1: Skala des pH-Wertes ​

Jeder Stoffwechselvorgang benötigt einen bestimmten pH-Wert, damit die Reaktion stattfinden oder optimal ablaufen kann. Ein veränderter Wert führt automatisch zu einer gestörten Zellfunktion. Die Durchlässigkeit von Zellmembranen und die Elektrolytverteilung werden beeinflusst. Die Viskosität des Blutes und anderer Körperflüssigkeiten wird schlechter, die Speicherfähigkeit und die Rezeptorfunktion werden beeinträchtigt.
Im venösen Blut wird der pH-Wert in besonders engen Grenzen zwischen 7,36 und 7,44 reguliert. Sinkt er unter 7,36, sprechen wir von einer Azidose, steigt er über 7,44, von einer Alkalose. Beide Fälle erfordern eine intensivmedizinische Therapie im Krankenhaus. Damit diese Grenzen eingehalten werden, besitzt der Körper verschiedene Puffersysteme. Die wichtigsten sind: