Übergewicht, medizinisch auch Adipositas genannt (von lateinisch adeps – weiches Fett), ist ein multikausales Phänomen. Es lässt sich nicht dadurch lösen, dass man einfach mal weniger isst. Denn: Übermäßiges Essen erfüllt eine psychische Funktion, die sich durch Zwangsmaßnahmen wie kalorienreduzierte Ernährung nicht außer Kraft setzen lässt – es sei denn, man verfügt über enorme Willensstärke.

Doch alles, was ein Mensch mit dem Willen erzwingt, kostet Kraft. Es verschlingt seelische Energie und lässt sich auf Dauer kaum durchhalten. Für das Erreichen des Normalgewichts ist es hilfreicher, andere Formen von seelischer Befriedigung zu finden. Dann gelingt die Rückkehr zum Normalgewicht erheblich leichter.

Wann spricht man von Adipositas?

Von Fettsucht spricht man, wenn das Körpergewicht eines Menschen das Standardgewicht der Größe-Gewicht-Tabelle um 20 % übersteigt. Dieser Index ist relativ schematisch und gilt nicht für jeden. Menschen mit kräftigerem Knochenbau wirken, auch wenn sie viele Kilos auf die Waage bringen, oftmals nicht übergewichtig, weil sie viel Muskelmasse besitzen und insgesamt massiver gebaut sind, während zierlichere Personen gleicher Körpergröße trotz weniger Kilos mollig wirken. Wichtiger als starre Formeln ist die simple Regel: Wer übergewichtig aussieht, ist auch übergewichtig. Berechnungstabellen sind in erster Linie hilfreich, wenn man den Grad der Fettsucht messen will.