Der Versuch, die eigene Leistungsfähigkeit über das gesunde Maß hinaus zu steigern, mündet häufig in einer Überforderung. Daraus resultieren Krankheitszustände, die wir sicher alle aus der Praxis kennen. Der Beitrag gibt Impulse, wie wir unsere Patienten aus diesem Handicap befreien können.

Ein hochgebildeter, zugleich hochgestresster Geisteswissenschaftler betrat zu einem seiner regelmäßigen Termine die Praxis. Auf meine Frage „Wie geht es Ihnen?“ antwortete er ernsthaft und zugleich etwas verwundert „Das müssen Sie mir doch sagen?!“ Er war tatsächlich nicht in der Lage, diese Frage von sich aus zu beantworten, fast nur noch „Kopfmensch“ und kaum mehr „Körpermensch“.

Neben einer anspruchsvollen Berufstätigkeit war der Patient bemüht, die Habilitation zu erlangen, um sich an der Universität für eine Professur bewerben zu können. Die berufliche Doppelbelastung gepaart mit familiären Herausforderungen hatte zu einem Sammelsurium körperlicher Veränderungen und Beschwerden geführt: Kopfschmerzen, Myalgien, Verdauungsstörungen, wenig erholsamer Schlaf, Erschöpfungszustände, Ängste und in der Folge auch erhöhter Blutdruck und veränderte Laborwerte. Der Patient selbst sah ein, dass dringend Änderungen angezeigt waren. Nur wie? Dafür hatte er keinen Lösungsansatz.