Fachforum
Naturheilpraxis 11/2021

Über die Ergänzung der Nahrung

Teil 1: Omega-3 Fettsäuren

Es gibt einige Mikronährstoffe, die unabhängig von der Ernährung bei allen Menschen mehr oder minder stark im Mangel oder zumindest nicht optimal ausgestattet sind. In den beiden Beiträgen "Über die Ergänzung der Nahrung" wollen wir drei große Substanzen beleuchten, die in der Praxis immer wieder auffällig sind und die eine immense Rolle für die Gesunderhaltung des Körpers spielen: Omega-3-Fettsäuren, Jod und Vitamin D.

Ein Beitrag von Michael Schlimpen
Lesezeit: ca. 8 Minuten
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Seit einiger Zeit beobachten wir bei unseren Patienten einen Trend zur zunehmenden Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln. Dabei fällt auf, dass der Auswahl der Mittel häufig kein erkennbares Konzept zugrunde liegt. Die Auswahl erfolgt eher nach dem Prinzip, dass der Kunde z. B. ein Vitamin-D-Präparat im Internet kaufen will. Auf der Angebotsseite bekommt er dann angezeigt, dass andere Kunden auch Vitamin K2, Astaxanthin und ein Korallen-Kalzium-Präparat kauften usw. Und so entstehen dann nicht-sinnvolle Mischungen. Nicht selten haben wir Patienten in der Praxis, die zwischen 6 und 10 verschiedene Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen. Hätte das einen Nutzen oder würde es zumindest nicht schaden, dann wäre das Ganze für uns Therapeuten lediglich eine Frage des Patienten-Budgets. Doch unsere Beobachtungen zeigen, dass bei den kritischen Stoffen in vielen Fällen ein Mangel vorliegt, den der Patient mit seiner Auswahl der Präparate nicht abdeckt. Sie können in ein Auto immer mehr Motoröl einfüllen, aber wenn der Benzintank leer ist, wird es dennoch nicht fahren, auch das Überfüllen von Scheibenwasser und Bremsflüssigkeit wird letztlich das Problem nicht beheben.

Ein anderer Grund, warum wir vor Jahren begonnen haben, uns intensiver mit den Mikronährstoffen zu befassen, liegt im persönlichen Bereich. Seit 2014 leben meine Frau und ich vegan, seit ca. 3 Jahren gibt es kleine vegetarische Einträge. Deshalb wurden wir mit den klassischen Klischees konfrontiert, dass man sich durch eine pflanzliche Ernährung quasi in einer permanenten Mangel-Diät befindet. Nachdem das „Problem“ mit dem Makronährstoff Eiweiß recht schnell abgehakt werden konnte, widmeten wir uns den Mikronährstoffen, welche wir über einige Jahre laborchemisch überwachten. Das Ergebnis war, dass die Mikronährstoffwerte von Jahr zu Jahr immer besser wurden. Ein großer Unsicherheitsfaktor bei der pflanzlichen Ernährung ist die Qualität der Nahrungsmittel. Leider findet man nur schwer, wenn überhaupt, Inhaltsangaben von verschiedenen Nahrungsmitteln. Es kursiert das Gerücht, dass die heutigen Nahrungsmittel nicht mehr die Nährstoffdichte aufweisen würden wie früher. Schaut man sich die intensive Landwirtschaft an, mit den Konsequenzen für die Böden, erscheint das nur logisch, doch wirklich valide Daten dazu habe ich bisher nicht gefunden. Nichtsdestotrotz haben wir unser „Hinterbächlers Ernteparadies“1 gegründet, bauen seither den Großteil unserer Nahrungsmittel selbst an und haben uns mit verschiedenen Formen der Haltbarmachung beschäftigt.

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Naturheilpraxis 11/2021

Erschienen am 02. November 2021