Es gibt einige Mikronährstoffe, die unabhängig von der Ernährung bei allen Menschen mehr oder minder stark im Mangel oder zumindest nicht optimal ausgestattet sind. In den beiden Beiträgen „Über die Ergänzung der Nahrung“ wollen wir drei große Substanzen beleuchten, die in der Praxis immer wieder auffällig sind und die eine immense Rolle für die Gesunderhaltung des Körpers spielen: Omega-3-Fettsäuren, Jod und Vitamin D.

Seit einiger Zeit beobachten wir bei unseren Patienten einen Trend zur zunehmenden Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln. Dabei fällt auf, dass der Auswahl der Mittel häufig kein erkennbares Konzept zugrunde liegt. Die Auswahl erfolgt eher nach dem Prinzip, dass der Kunde z. B. ein Vitamin-D-Präparat im Internet kaufen will. Auf der Angebotsseite bekommt er dann angezeigt, dass andere Kunden auch Vitamin K2, Astaxanthin und ein Korallen-Kalzium-Präparat kauften usw. Und so entstehen dann nicht-sinnvolle Mischungen. Nicht selten haben wir Patienten in der Praxis, die zwischen 6 und 10 verschiedene Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen. Hätte das einen Nutzen oder würde es zumindest nicht schaden, dann wäre das Ganze für uns Therapeuten lediglich eine Frage des Patienten-Budgets. Doch unsere Beobachtungen zeigen, dass bei den kritischen Stoffen in vielen Fällen ein Mangel vorliegt, den der Patient mit seiner Auswahl der Präparate nicht abdeckt. Sie können in ein Auto immer mehr Motoröl einfüllen, aber wenn der Benzintank leer ist, wird es dennoch nicht fahren, auch das Überfüllen von Scheibenwasser und Bremsflüssigkeit wird letztlich das Problem nicht beheben.