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Naturheilpraxis 11/2020

Thromboseprophylaxe mit Phytotherapie

Nach chirurgischen Eingriffen oder Verletzungen sowie während stationären Behandlungen oder bei akuten Erkrankungen besteht infolge der notwendigen Bewegungsarmut ein erhöhtes Risiko für venöse Thromboembolien. Aus diesem Grund erhalten die betroffenen Patienten eine individuelle Thromboseprophylaxe, die sich nach dem zu erwartenden Risiko richtet.

Ein Beitrag von Sabine Ritter
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Das Risiko für venöse Thromboembolien hängt von mehreren Faktoren ab: Patienten, die schon einmal von einer tiefen Beinvenenthrombose betroffen waren, haben ein hohes Risiko, erneut zu erkranken – ebenso ihre Verwandten ersten Grades. Zudem steigt die Gefahr unter anderem mit zunehmendem Lebensalter, bei Adipositas oder mit der Einnahme von Hormonen. Außerdem hängt das Risiko von der Art des Eingriffs, der zugrundeliegenden Erkrankung und der damit einhergehenden Immobilisation ab (1).

Phytotherapie sollte keinesfalls eine medizinisch notwendige Thromboseprophylaxe ersetzen. Sie kann jedoch zum Einsatz kommen, wenn beispielsweise Frauen aufgrund der von ihnen eingenommenen Hormonpräparate ihr Thromboserisiko senken wollen, weil sie eine sitzende Tätigkeit ausüben oder einen Langstreckenflug planen. Auch unabhängig von einer Hormonbehandlung besteht bisweilen bei Senioren oder übergewichtigen Personen vor Langstreckenflügen sowie langen Bus- oder Autofahrten ein Bedarf an natürlichen Maßnahmen zur Vorbeugung einer Thrombose. In diesen Fällen kann die Phytotherapie die Wirkung von Kompressionsstrümpfen und Bewegungsübungen ergänzen, die die Venenpumpe aktivieren. Dabei müssen mögliche Wechselwirkungen mit einer medikamentösen Dauertherapie ausgeschlossen werden. Insbesondere kann die Wirkung von Gerinnungshemmern verstärkt werden (2). Zusätzlich sollten die Betroffenen ausreichend trinken sowie Alkohol und enge Kleidung vermeiden (1). Je nach Grunderkrankungen und individuellen Risikofaktoren kann es im Einzelfall weitere Gründe für eine pflanzliche Thromboseprophylaxe geben. So kann sie in der Prophylaxe von Rezidiven von Interesse sein. Dann ist allerdings eine Abstimmung mit dem behandelnden Arzt durchaus sinnvoll.

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Naturheilpraxis 11/2020

Erschienen am 02. November 2020