Fachforum
Naturheilpraxis 10/2022

Therapie mit Glukokortikoiden

Wie deren Nebenwirkungen mit Mikronährstoffen gemildert werden können

Glukokortikoide kommen physiologischerweise im Organismus vor und werden von der Nebennierenrinde synthetisiert. Die unter "Kortison" bekannte Medikamentengruppe wird seit über 50 Jahren therapeutisch eingesetzt. Zu Anfang waren die Nebenwirkungen der Kortikoide noch wenig bekannt, wie auch deren sachgerechte Anwendung. Kortisonhaltige Pharmaka wurden nach ihrer Entwicklung häufig in zu starker Dosierung und über einen längeren Zeitraum verordnet, was bei vielen Patienten zu unerwünschten respektive heftigen Nebenwirkungen führte. In diesem Beitrag soll aufgezeigt werden, wie mit einer Supplementation von Mikronährstoffen Kortisonnebenwirkungen eingegrenzt werden können.

Ein Beitrag von Peter Schwarz
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Glukokortikoide, synonym Glukokortikosteroide oder Kortikoide, werden in der Zona fasciculata der Nebennierenrinde hergestellt. Es gibt über 30 verschiedene Kortikosteroide. Sie wirken allesamt antiinflammatorisch, antipruriginös und wirken Autoimmunreaktionen entgegen. Ohne Cholesterin wäre der Aufbau der Kortikoide nicht denkbar. Dieses ist auch an der Synthese weiterer Nebennierenrindenhormone sowie der männlichen und weiblichen Geschlechtshormone beteiligt. Glukokortikoide werden bezüglich ihrer Stärke in vier Gruppen eingeteilt:

  • schwache Glukokortikoide wie zum Beispiel Hydrokortison und Prednisolon
  • mittelstarke Glukokortikoide wie Prednicarbat und Methylprednisolonaceponat
  • starke Glukokortikoide wie zum Beispiel Betametasonvalerat und Momethasonfuroat
  • sehr starke Glukokortikoide wie Cortisol und Clobetasol

Glukokortikoide kommen in verschiedenen Formen zur Anwendung, so zum Beispiel als Sprays, Cremes, Salben, Tabletten und Injektionen. Bei einer topischen Applikation durch Sprays, Cremes und Salben sind die Nebenwirkungen sehr gering. Durch die systemische Anwendung der Glukokortikoide in Form von Tabletten und Injektionen über einen längeren Zeitraum hinweg kommen jedoch Nebenwirkungen zum Tragen, auf die weiter unten eingegangen wird. Deshalb ist es ratsam, bei einer inneren Einnahme von Kortikoiden auf die Supplementation von Mikronährstoffen zurückzugreifen, um die Nebenwirkungen der Kortikoidtherapie zu verringern.