Eine schmerzhafte Menstruation beeinträchtigt die Lebensqualität der betroffenen Frauen meist erheblich. Sie wünschen sich daher nichts dringender als effektive schnelle Hilfe. Aus der westlichen Phytotherapie sind einige wirksame Heilpflanzen bei Dysmenorrhö bekannt, deren Auswahl durch die Betrachtung der Beschwerden aus Sicht der chinesischen Medizin erleichtert werden kann.

In der Schulmedizin werden drei Formen der Dysmenorrhö unterschieden: die funktionelle oder primäre Dysmenorrhö, die endokrine und die sekundäre Dysmenorrhö (s. Grafik 1). Differenzialdiagnostisch müssen bei Schmerzen im Unterbauch neben gynäkologischen auch andere Ursachen in Betracht gezogen werden. Hierzu gehören unter anderem gastrointestinale, proktologische, urologische, muskuloskelettale und psychische Erkrankungen (1).

Grafik 1: Die drei Formen der DysmenorrhöSabine Ritter
Grafik 1: Die drei Formen der Dysmenorrhö

Mitverursacher der primären Dysmenorrhö sind vasokonstriktorisch und myokontraktil wirkende parakrine Hormone. Hierbei handelt es sich vor allem um Prostaglandine (insbesondere PGF2a), Leukotriene und Vasopressin, die im Endometrium einen ischämischen Schmerz auslösen. Dieser dauert etwa 4 bis 48 Stunden an. Da Prostaglandine darüber hinaus die Peristaltik anregen, treten die Menstruationsschmerzen wehenartig auf. Zusätzlich verstärken Prostaglandine die Schmerzwahrnehmung und verursachen Begleitsymptome wie Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerz oder Fiebergefühl. Betroffen sind überwiegend Frauen im Alter zwischen 15 und 25 Jahren, nach dem Einsetzen ovulatorischer Zyklen. Etwa 15 % der Betroffenen leiden unter so starken Beschwerden, dass sie in dieser Zeit nicht in die Schule oder zur Arbeit gehen können. In der Regel lassen die Symptome bei einer primären Dysmenorrhö mit zunehmendem Alter sowie nach der Geburt des ersten Kindes nach (2–4).