Eine aktuelle Kohortenstudie aus Großbritannien mit fast 300 000 Teilnehmern zeigte jetzt, dass schon ab einem Body-Mass-Index (BMI) von 23 kg/m2 das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen signifikant ansteigt. Das sogenannte „Übergewichts-Paradoxon“, wonach leichtes Übergewicht gut für die Herzgesundheit sei, trifft demnach auf gesunde Menschen wohl nicht mehr zu.
Zu Beginn der Studie hatten die Teilnehmer keine kardiovaskulären Vorerkrankungen. Ihr Durchschnittsalter lag bei 55 Jahren. Das geringste Risiko für ein kardiovaskuläres Ereignis hatten Teilnehmer mit einem BMI zwischen 22 und 23 kg/m2. Oberhalb eines BMIs von 23 kg/m2 nahm das Risiko pro 5,2 kg/m2 um je 13 % zu. Lediglich 5 bis 15 % der übergewichtigen Teilnehmer hatten kein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko. Liegt der BMI schon im Alter von 30 Jahren bei 40 oder höher, verkürzt sich die Lebenserwartung um 15 Jahre, so die Ansicht von Experten.
Wem es gelingt, den BMI dauerhaft auf 22 bis 23 kg/m2 zu senken und wenig Bauchfett anzureichern, der kann sein individuelles kardiovaskuläres Risiko jedoch reduzieren. Begleitend zur Gewichtsreduktion wird hierzu regelmäßige Bewegung empfohlen. Die Auswirkungen einer Adipositas können bereits durch sieben bis acht Minuten zügiges Spazierengehen sinken. Dies verbessert mittelfristig den Muskelstoffwechsel, die Gefäßaktivität und die diastolische Herzfunktion und unterstützt langfristig die Gewichtsabnahme und Belastbarkeit. Autorin: Sabine Ritter