Bei der transkraniellen Gleichstromstimulation (tDCS) wird mithilfe auf der Kopfhaut angebrachter Elektroden schwacher elektrischer Gleichstrom appliziert, der durch den Schädelknochen hindurch auf das Gehirn wirkt. Er verändert die elektrische Ladung auf der Membran der Nervenzellen, was die Erregbarkeit und neuronale Aktivität verändert. Das Verfahren wird seit einigen Jahren zur Behandlung von Schmerzen und depressiven Episoden eingesetzt, bisher gab es jedoch nur wenige wissenschaftliche Studien zur Wirksamkeit. Eine Metaanalyse zum Einsatz bei Depressionen und depressiven Verstimmungen deutet jetzt auf eine moderate, aber signifikante Wirkung dieser nichtinvasiven Behandlungsmethode hin. Einbezogen wurden neun Studien mit insgesamt 572 Teilnehmern. Die tDCS-Behandlung war einer Scheinbehandlung signifikant überlegen in Bezug auf die Wirkung und die allgemeineVerbesserung der depressiven Episoden. Auch nach Ende der akuten tDCS-Behandlung konnten klinische Verbesserungen beobachtet werden, einige Probanden wurden sogar symptomfrei. Das Ausmaß der Verbesserungen war mit einer Effektgröße von β = 0,31 eher moderat, aber dennoch signifikant. Durchschnittlich stellten Probanden bei der tDCS-Behandlung nach neun Anwendungen eine Wirkung fest.