Patienten mit diagnostizierter Stresserkrankung haben ein höheres Risiko, später eine neurodegenerative Störung zu entwickeln. Vor allem das Risiko für eine Alzheimer-Demenz ist bei ihnen im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung erhöht. Das hat eine chinesische Analyse gezeigt, für die Daten aus schwedischen Gesundheitsregistern genutzt wurden. In die Analyse flossen die Daten von über 61 000 „Stress-Patienten“ und rund 600 000 Personen aus der Allgemeinbevölkerung ein. Als Stress-Patienten wurden Personen klassifiziert, die zwischen 1987 und 2008 erstmals die Diagnose „Stresserkrankung“ erhalten hatten. Zu den diagnostizierten Stresserkrankungen gehörten unter anderem akute Stressreaktionen sowie Anpassungs- und posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS). Fünf Jahre nach der Diagnose konnte bei den Stress-Patienten ein um mehr als die Hälfte erhöhtes Risiko für eine neurodegenerative Krankheit beobachtet werden (Hazard Ratio (HR) 1,57). Bewertet man die geprüften neurodegenerativen Erkrankungen Alzheimer, Morbus Parkinson und amyotrophe Lateralsklerose (ALS) separat, war nur die Assoziation mit der Alzheimer-Demenz signifikant (HR 1,36). Bei Parkinson und ALS gingen die Ergebnisse aber tendenziell in die gleiche Richtung (HR 1,20). Eine zweite Analyse bestätigte die Ergebnisse.

Quelle

Medical Tribune. n.rpv.media/2ih