Ängste beeinflussen neben der psychischen Gesundheit auch die Spermienqualität negativ. US-Forscher beobachteten zunächst in einem Tierversuch, dass chronischer Stress Abweichungen der MicroRNA-Expression im Sperma nach sich zog. Dies führte zu einer anderen Gehirnentwicklung beim Nachwuchs und zu einer veränderten Stressreaktion des Nachwuchses im Erwachsenenalter. Die Forscher untersuchten daraufhin die extrazellulären Vesikel in Spermaproben genauer. Das sind winzige membrangebundene Partikel, die am Reifungsprozess der Spermien beteiligt sind und Lipide, Proteine und RNA zwischen den Zellen transportieren. Zuvor künstlich gestresste extrazelluläre Vesikel enthielten weniger Proteine, waren kleiner und unterschieden sich im MicroRNA-Inhalt. In einer weiterführenden Studie mit Collegestudenten konnte diese Beobachtung auch beim Menschen bestätigt werden: Hatten sich die Probanden für längere Zeit gestresst gefühlt, wiesen ihre Spermien eine veränderte Zusammensetzung der MicroRNA auf. Je länger sie sich gestresst gefühlt hatten, desto ausgeprägter war die Veränderung. Bei den Studenten zeigten sich die Veränderungen etwa einen Monat nach der Stressphase, auch wenn sie dann wieder entspannt waren.