Sportarten, die als strapaziös für die Gelenke gelten, wie Joggen, Aerobic oder Tennis, sind offenbar nicht mit einem erhöhten Gonarthroserisiko verknüpft. Selbst dann nicht, wenn man schon älter oder übergewichtig ist. Darauf deutet eine Longitudinalstudie hin, für die knapp 1 200 Probanden bis zu zehn Jahre nachbeobachtet wurden. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer lag bei 58 Jahren, der mittlere BMI bei 27. Sie alle wiesen ein erhöhtes Arthroserisiko auf, zu Beginn der Studie zeigten sie jedoch noch keine oder nur minimale Gonarthrosesymptome (Kellgren-Lawrence Grad 0). Die Forscher erfassten mithilfe eines Fragebogens, wie oft die Teilnehmer pro Woche Sport trieben und wie intensiv. Der Fokus lag dabei explizit auf strapaziösen Aktivitäten wie Joggen, Aerobic, Tennis oder Radfahren. Rund die Hälfte der Probanden waren in dieser Hinsicht Totalverweigerer mit null Stunden strapaziöser Sportarten pro Woche; sie dienten als Referenzgruppe. Nach zehn Jahren hatten 13 Prozent der Teilnehmer eine Gonarthrose (Kellgren-Lawrence Grad ≥ 2) entwickelt. Die Ausübung strapaziöser Sportarten war dabei nicht signifikant mit der Arthroseentwicklung assoziiert. Die Studienergebnisse deuten eher darauf hin, dass strapaziöse Sportarten möglicherweise sogar vor der Entwicklung einer manifesten Kniegelenksarthrose schützen.