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Naturheilpraxis 12/2021

Stille Entzündungen – oft unbemerkt, selten folgenlos

Im Unterschied zur akuten Entzündung mit den klassischen Entzündungszeichen verlaufen stille Entzündungsprozesse systemisch und zunächst oftmals symptomlos, d. h. unterhalb der Wahrnehmungsschwelle. Die Chronifizierung verhindert den Heilungsprozess und damit das eigentliche Ziel einer akuten Entzündungsreaktion. Sie kann zu gravierenden Folgeerkrankungen und einer Beschleunigung des natürlichen Alterungsprozesses führen.

Ein Beitrag von Dr. Inga Trompetter
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Stille Entzündungsprozesse (chronische subklinische Inflammation, silent inflammation, chronic low-grade inflammation; im Folgenden SE)können in jedem Alter auftreten. Ursachen und Trigger können über einen langen Zeitraum bestehen bleiben, aufgrund ihres subklinischen Verlaufs jedoch lange unentdeckt bleiben und die Entzündung auf diese Weise langfristig aufrechterhalten. Eine Vielzahl potenzieller Auslöser steht im Zusammenhang mit der heutigen Lebensweise, mit der sich unser Immunsystem auseinandersetzen muss: Schadstoffe, im weitesten Sinne, eine ungesunde Ernährung, verschiedenste Allergene und dauerhafter psychosozialer Stress (1). Hinzu kommen Bakterien, Viren, Pilze und weitere Krankheitserreger. Als weitere Faktoren werden u. a. eine individuelle genetische Prädisposition, Veränderungen des Mikrobioms, Funktionsstörungen des Immunsystems oder der Entgiftungsorgane und Übergewicht diskutiert.

Zu den Entgiftungsorganen zählt u. a. das Lymphsystem. Die blind im Gewebe entspringenden initialen Lymphgefäße nehmen Stoffwechselprodukte, Zellbestandteile, Keime etc. aus der extrazellulären Matrix (nach Pischinger) auf und gewährleisten den Abtransport zur Leber und den Nieren. Ein ineffizienter Abtransport verändert die Mikrozirkulation im Gewebe und stört die fein aufeinander abgestimmten Stoffwechselvorgänge. Inflammatorische Prozesse können so ausgelöst, verstärkt oder verlängert werden (2). Ungesunde Ernährung führt meist zu einem hohen Anteil an Fettgewebe im Körper, das ebenfalls zu einer SE beitragen kann. Fettgewebe hat eine nicht zu unterschätzende Drüsenfunktion, durch die u. a. Entzündungsmediatoren, wie Zytokine und Interleukine, freigesetzt werden (3).

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Naturheilpraxis 12/2021

Erschienen am 01. Dezember 2021