Das relative Risiko für einen Herzinfarkt nimmt mit steigendem HbA1c-Wert zu. Das gilt für Frauen und Männer in gleichem Maße. Eine Diabetesdiagnose wirkt sich bei Frauen hingegen stärker auf das Infarktrisiko aus als bei Männern. Zu diesem Schluss kommt eine niederländische Studie, die das Infarktrisiko beider Geschlechter entlang der HbA1c-Werte über das gesamte Spektrum von Normoglykämie über Prädiabetes bis hin zum Diabetes untersucht hat. Für die prospektive Studie wurden die Daten von mehr als 470 000 Personen herangezogen, für die ursprünglich noch keine KHK-Diagnose verzeichnet war. Abhängig vom HbA1c-Wert und Diabetesstatus wurde nach Geschlechtern getrennt die Inzidenz von Herzinfarkten berechnet. Wie zu erwarten, hatten Männer insgesamt eine höhere Infarktinzidenz. Ein manifester Diabetes erhöhte das Infarktrisiko von Frauen jedoch deutlich stärker als von Männern: Das Herzinfarktrisiko von Diabetikerinnen war 2,3-mal so hoch wie jenes von Frauen ohne Diabetes; bei Männern stieg das Infarktrisiko durch Diabetes um das 1,8-Fache. Mit den HbA1c-Werten stiegen unabhängig von Geschlecht und Diabetesstatus auch die Infarktzahlen an: Mit jedem Prozentpunkt, den der HbA1c-Wert zulegte, erhöhte sich das Infarktrisiko relativ um 18 Prozent.

Quelle

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