Der Atem kann nicht nur direkt über die Lunge und die Atemschleimhäute, die eine wichtige Grenzfläche des unspezifischen Immunsystems sind, die Abwehrkräfte beeinflussen. Er kann das Immunsystem auch indirekt stärken – auf physischer sowie psychisch-seelischer Ebene.

Der Begriff Immunsystem kommt vom Lateinischen immunis und bedeutet frei, rein und unberührt. Allgemein wird das Immunsystem als Abwehrsystem verstanden, welches den Organismus integer und rein hält. Es schützt den Körper vor dem Eindringen von Keimen und Schäden durch diese. Auch bei dem Schutz vor körpereigenen schädigenden Faktoren, wie Krebszellen, spielt das Immunsystem eine wichtige Rolle. Versagt diese körpereigene Abwehr, kann Krankheit ausbrechen.

Die erste Abwehrinstanz, das unspezifische Immunsystem, befindet sich hauptsächlich an den intakten Grenzflächen des Körpers (Haut, Schleimhaut) und hat z. B. die Fähigkeit, entzündlich zu reagieren. An dieser Grenzfläche zur Außenwelt sollte das Immunsystem gut und wach aufgestellt sein, damit es auf schädigende Eindringlinge schnell reagieren kann. Kann dieses unspezifische Immunsystem den schädigenden Keim nicht abhalten, kommt das spezifische bzw. erworbene Immunsystem mit den Lymphozyten zum Einsatz. Ein für den Therapeuten bekannter Sammlungsort der Lymphozyten sind die Lymphknoten, die bei Entzündung anschwellen. Da sich die Lymphozyten hauptsächlich in der Lymphe und der Gewebsflüssigkeit aufhalten, ist eine sich frei und leicht bewegende Lymphe wichtig für ein gut funktionierendes Immunsystem. Bei den heute häufigen Lymphstauungen verhilft der freie Atem der Lymphe wieder zu mehr Bewegung und Leichtigkeit.