Sport hat bei Krebs einen positiven Effekt, da er das Wachstum der Krebszellen beeinflusst. Für Krebserkrankungen im Frühstadium war der antitumorale Mechanismus von Sport bereits bekannt. Eine Studie aus Erlangen hat nun gezeigt, dass er auch bei fortgeschrittenen Krebserkrankung existiert. Für ihre Studie haben die Forscher die schonende Trainingsmethode der Ganzkörper-Elektromyostimulation (EMS) gewählt, bei der Muskelzellen gezielt durch elektrische Reize erregt werden. Durch die Stimulation sondern die Muskeln Myokine ab. Diese hormonähnlichen Botenstoffe schaffen eine antiinflammatorische Umgebung, die das Wachstum maligner Tumorzellen hindert und deren Apoptose befördert. An der Studie nahmen 30 Patienten mit fortgeschrittenem Prostata- oder Kolorektalkarzinom teil, die eine zwölfwöchige Sport- und Ernährungstherapie erhielten. Hinzu kamen zweimal wöchentlich Ganzkörper-EMS-Sitzungen, die je 20 Minuten dauerten und mit 85 Hertz durchgeführt wurden (sechs Sekunden Stimulierung, vier Sekunden Erholung). Mithilfe von Blutproben wurde die Myokin-Konzentration gemessen, die sich durch die Ganzkörper-EMS signifikant erhöhte. In Kombination mit Bewegung ließ sich die Myokin-Produktion weiter verstärken. 

Quelle

ÄrzteZeitung. n.rpv.media/1qj