Bei Morbus Parkinson haben die Wahl des richtigen Medikaments und dessen optimale Dosierung einen großen Einfluss auf die Lebensqualität der Patienten. Bei einer Überdosierung oder falscher Medikamentenwahl kann es zu Dyskinesien kommen, während bei einer Unterdosierung die motorischen Symptome bestehen bleiben. Das Problem dabei ist, dass der Behandler weitgehend auf die Schilderung der Patienten angewiesen ist, um die optimale Dosierung zu finden – die Erinnerung der Patienten kann allerdings lückenhaft sein. Eine Smartwatch könnte dabei helfen, die Therapie auf Grundlage objektiv gemessener Daten zu optimieren. Eine Pilotstudie hat nun geprüft, wie gut eine Smartwatch Tremor und Dyskinesien erkennen und von anderen Bewegungen der Hand unterscheiden kann. Dafür wurde ein eigener Algorithmus entwickelt und über einen Zeitraum von sechs Monaten an 225 Parkinsonpatienten klinisch getestet. Die Ergebnisse sind vielversprechend: Die Smartwatch konnte den Ruhetremor in einem klinischen Test unter Beobachtung in 97,7 % der Fälle in Übereinstimmung mit den Ärzten erkennen. Auch Dyskinesien wurden sicher erkannt. In einer Kontrollgruppe gesunder Probanden gab es nur in 0,25 % der Fälle eine falsch-positive Tremormessung; primär beim Zähneputzen oder Spielen eines Musikinstruments. Die von den Smartwatches aufgezeichneten Daten ließen beispielsweise auch eine unterlassene Medikamenteneinnahme klar erkennen und registrierten eine Verschlechterung des Tremors nach einem Medikationswechsel. Im nächsten Schritt müssen randomisierte Vergleichsstudien die Ergebnisse bestätigen und den klinischen Nutzen evaluieren.

Quelle

Ärzteblatt. n.rpv.media/2vm