Schwerpunkt
Naturheilpraxis 11/2022

Sinusitis – eine Erkrankung, die viele Ursachen haben kann

Eine erfolgreiche Therapie einer chronischen Sinusitis kann nur durch gründliche Anamnese und klare Diagnostik in die Wege geleitet werden. Zuweilen sind mehrere Arztgänge notwendig. Im nachfolgenden Praxisfall zeigt sich, wie gut das Zusammenspiel zwischen schulmedizinischer Diagnostik und Therapie und naturheilkundlichen Ansätzen zum Wohl der Betroffenen funktionieren kann.

Ein Beitrag von Helga Wiesmann
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Die Patientin sitzt mit geröteten Wangen und Kopfschmerzen in ihrem Stuhl. Ihre Sprache klingt nasal, die Nase ist verstopft und sie sagt: „Im Grunde genommen habe ich immer das Gefühl, dass da etwas in den Nebenhöhlen festsitzt.“ Die rechte Gesichtshälfte schmerzt, es gab den Verdacht einer Trigeminusneuralgie. Auch hat sie den Eindruck, dass die oberen Backenzähne locker sind. Sie kaut auf der anderen Seite, denn rechts ist immer ein Druckschmerz. Sie klagt über einen schalen, manchmal eitrigen Geschmack im Mund. Das Ganze kostet sie viel Kraft, ein unbeschwertes Leben ist ihr so nicht möglich. Dabei geht das nun schon über längere Zeit so. Der Zahnarztbefund war unauffällig, die Hausärztin verschrieb Nasenspülungen und Rotlicht. Manchmal waren die Beschwerden fast im Abklingen, dann wurden sie wieder stärker.

Eine Nasennebenhöhlenentzündung kann allergisch bedingt sein sowie durch Viren, Bakterien oder Pilze ausgelöst werden. Sehr häufig kommt die Sinusitis im Zusammenhang mit Erkältungserkrankungen vor und es spielen Rhino- oder Influenzaviren die Hauptrolle. Lediglich bei einem kleinen Prozentsatz der Betroffenen entwickelt sich sekundär eine bakterielle Infektion mit Streptokokken, Staphylokokken, Pneumokokken oder Haemophilus influenzae. Nur, wenn dieser Verdacht besteht, ist die Gabe von Antibiotika sinnvoll. Von der Praxis, bei einer Sinusitis automatisch Antibiotika zu verordnen, wird immer mehr abgesehen. In der Regel werden sie nur noch bei langer und schwerer Symptomatik, in Verbindung mit Fieber, eingesetzt. Nasensprays mit Cortison (bei Allergien) oder Alpha-Sympathomimetika (bei Infekten) finden Verwendung, um die Schleimhäute abzuschwellen. Alpha-Sympathomimetika wie Oxy- oder Xylometazolin bringen zunächst Linderung, sollten aber nicht dauerhaft eingesetzt werden.

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