Sind ihre Kinder krank, wünschen sich viele Eltern sanfte Behandlungsmethoden – möglichst ohne Nebenwirkungen. Der in Japan entwickelte nichtinvasive Akupunktur-Stil Shonishin reguliert das Meridiansystem, kann auf diese Weise zahlreiche Beschwerden effektiv lindern und wird zugleich dem Elternwunsch gerecht. Erläuterungen am Beispiel der Behandlung von Infektanfälligkeit.

Shonishin bedeutet streichen oder beklopfen. Auf diese Weise werden bei dieser im 17. Jahrhundert in Osaka entwickelten Methode zu Beginn der Behandlung Yang-Meridiane von oben nach unten ausgestrichen und einige Areale beklopft. Dem Verfahren liegt die Idee zugrunde, dass das Yang bei Kindern entwicklungsbedingt sehr stark ist und im Krankheitsfall überschießt. Deshalb wird es im ersten Schritt durch Streichen und Klopfen besänftigt. Die Grundlagen des japanischen Stils beruhen jedoch nicht nur auf der Lehre von Yin und Yang, sondern auch auf der Theorie zu den fünf Wandlungsphasen. Krankheiten entstehen danach durch eine Dysbalance innerhalb des Meridiansystems. Um sie zu beheben, sucht der Therapeut bei der Befunderhebung die größte Leere in den Yin-Meridianen. Der zweite, spezifischere Teil der Behandlung richtet sich daher nach der Konstitution und Symptomatik des betroffenen Kindes.