Schwerpunkt
Naturheilpraxis 05/2018

Segmentdiagnose

Die Segmentdiagnose stellt ein schnelles und sicheres diagnostisches Werkzeug dar, das ohne weitere technische Hilfsmittel auskommt und daher immer zur Verfügung steht. Störungen von Organen lassen sich hiermit früh und eindeutig erkennen. Sogar welches Organ die gesundheitlichen Probleme ursprünglich verursacht, lässt sich herausfinden – anhand einer Weiterentwicklung der klassischen Segmenttopografie, die hier vorgestellt wird.

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Ein Beitrag von Christian Heimüller

„Bitte rufen Sie mich zurück; die Telefonnummer wird im Display angezeigt.“ Leider weiß der Anrufer nicht, dass mein altmodisches Telefon gar nichts anzeigt und ich ihn deswegen nicht zurückrufen kann. So ähnlich stelle ich mir auch die Kommunikation im Körper vor: Eine gereizt krampfende Galle trommelt alle anderen Bereiche des Organismus aus dem Büroschlaf: „So kann ich nicht arbeiten! Wir müssen uns dringend unterhalten! Rufen Sie mich zurück, die Nummer wird angezeigt! „. Nur leider verfügen die wenigsten „Büros“ über dementsprechende Telefonanlagen, und so werden nur ganz bestimmte Endstellen auf die tobende Galle reagieren.

Die klassische Segmentdiagnose deutet die Reizprojektion innerer Organe auf die Haut, die sogenannten viszerokutanen Reflexe: Inneres Organ und Hautareal (Dermatom) sind über gemeinsame Nerven verbunden. Anders gesagt: Die Schmerzübertragung beruht auf der „Konvergenz afferenter nozizeptiver Fasern der Haut und der Eingeweide an spinalen Hinterhornneuronen“ (1). Und so reagiert das zugehörige Hautareal mit Schmerzempfindlichkeit, Mehrdurchblutung, Tonuserhöhung oder verändertem Turgor auf Irritationen „seines“ inneren Organes – die Nummer wird also tatsächlich im Display angezeigt, wenn man sie zu lesen vermag. Kennt man den Lageplan der einzelnen Dermatome und ihre jeweilige Zuordnung zu den inneren Organen, so verfügt man über ein nützliches diagnostisches Werkzeug – soweit zumindest die Theorie.