Durch die Einnahme eines aus den Wurzeln gewonnenen Extrakts von Pelargonium sidoides kann sowohl bei einer Tonsillitis als auch bei einer Bronchitis die Krankheitsdauer um etwa zwei Tage verkürzt werden. Gleichzeitig profitieren die betroffenen Patienten von einem milderen Verlauf der Infektion und benötigen weniger Medikamente. Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler nach der Auswertung mehrerer Studien mit erkrankten Kindern und Jugendlichen. Die Extrakte der verschiedenen Hersteller wirken antiviral, antitussiv und sekretolytisch. Unter anderem hemmen die Inhaltsstoffe die Neuraminidase, ein Enzym und Oberflächenprotein der Virushülle von Influenzaviren. Auf diese Weise unterdrücken sie die Vermehrung von saisonalen Influenza-A-Virusstämmen. Aber auch das Wachstum von humanen Coronaviren, respiratorischen Syncytial-Viren, Parainfluenzaviren oder Coxsackie-Viren wird beeinträchtigt. Darüber hinaus modulieren die Extrakte die Synthese von Interferonen, Zytokinen und Defensinen. Außerdem stimulieren sie die Aktivität der Phagozyten und die Schlagfrequenz des Flimmerepithels in den Atemwegen. Im Labor konnten sie zudem die Adhäsion von Bakterien an lebenden Schleimhautzellen behindern. Da die meisten Erkältungskrankheiten durch Viren verursacht werden und bakterielle Infektionen in der Regel erst in deren Folge entstehen, erklärt das breite Wirkungsspektrum den großen klinischen Nutzen der aus Südafrika stammenden Heilpflanze. Autorin: Sabine Ritter