Schlaflosigkeit gehört zu den am häufigsten beklagten Beschwerden in der Praxis. Mit diesem Stellenwert bedarf sie einer besonderen Beachtung in der Ursachenforschung und Therapieberatung. Das zur Verfügung stehende und bewährte Arzneimittel-Spektrum sowohl naturheilkundlicher als auch schulmedizinisch-rezeptpflichtiger Art soll hier in einer Bestandsaufnahme vorgestellt werden.

Die Gründe für schlechten Schlaf, entweder in Form eines erschwerten Einschlafens oder als Durchschlafproblem mit häufigem Aufwachen, sind vielfältig und beinhalten schon durch Vermeiden bestimmter Umstände den primären Therapieansatz. Als wichtige Störfaktoren möglichst auszuschalten sind:

  • Licht und Lärm
  • zu spätes und schweres Essen
  • Alkohol, koffeinhaltige Getränke
  • unnötige Aufregung, insbesondere durch diverse Unterhaltungsmedien
  • intensive Bildschirmarbeit sowie mangelnde Bewegung an frischer Luft
  • ungeeignete Raumtemperaturen

Grundkrankheiten wie eine Schilddrüsendysfunktion, die über das TSH-Blutlabor ausgeschlossen werden sollte, oder depressive Krankheitsbilder, die oft mit einem schlechten Schlaf einhergehen, sind zu beachten. Auch die Medikation sollte überprüft werden. Gerade eine anfänglich zu hohe Dosierung mit L-Thyroxin-Schilddrüsenhormonen oder die abendliche Einnahme von Betablockern wirken sehr oft schlafverschlechternd. Die am häufigsten akut oder zeitweise auftretenden Schlafstörungen werden aber durch Gedankenflut und Grübeln, Trauer, Aufregung und Sorgen verursacht, die nachts besonders intensiv erlebt werden. Nützlich sind diverse Entspannungsübungen und bestimmte Schlafrituale, die täglich praktiziert werden. Bereits in der Kindheit sind sie als Hilfe bekannt: Mit einer festgelegten „Bettzeit“, einer vegetativen Umstimmung durch eine kleine Süßigkeit und dem Vorlesen nicht-aufregender Bücher sind selbst quirlige, nachtaktive Kinder zur Ruhe zu bringen.