Neben Ernährung und Bewegung haben wohl auch die Schlafgewohnheiten einen Einfluss auf das Risiko, adipös zu werden. Das gilt laut einer Studie sowohl für die Schlafdauer, als auch für die Zubettgehzeit: Ein Nachtschlaf von weniger als sechs Stunden sowie Bettgehzeiten nach Mitternacht sind jeweils mit einem erhöhten Adipositas-Risiko assoziiert. Für die multinationale Querschnittstudie wurden die Daten von rund 137 000 Personen im Alter zwischen 35 und 70 Jahren ausgewertet. Die Teilnehmer wurden mit standardisierten Fragebögen unter anderem zu ihrer Gesundheit und ihrem Lebensstil einschließlich ihrer Schlafgewohnheiten befragt. Gemäß ihrem BMI galten 20 Prozent der Befragten als adipös. Wie bereits in früheren Studien, zeigte sich auch hier eine Assoziation zwischen der üblichen Schlafdauer und dem Gewicht. Fünf bis sechs Stunden Nachtschlaf waren mit einem 15 Prozent höheren Risiko einer allgemeinen Adipositas verbunden. Weniger als fünf Stunden Schlaf erhöhten das Risiko um 27 Prozent. Nickerchen am Tag konnten dieses Nachtschlafdefizit nicht ausgleichen. Im Gegenteil: Mittagsschlaf von mehr als einer Stunde erhöhte das Adipositas-Risiko sogar noch weiter. Unabhängig von der Schlafdauer erwies sich auch die Bettgehzeit als gewichtsrelevant. So hatten diejenigen, die regelmäßig bis mindestens Mitternacht wach waren, ein um 20 Prozent erhöhtes Adipositas-Risiko. Am höchsten war die Adipositas-Prävalenz bei jenen, die oft erst nach zwei Uhr nachts schlafen gingen. Die Forscher erklären dies damit, dass bei ihnen der Schlaf-Wach-Rhythmus und Hell-Dunkel-Wechsel auseinanderdriften, wodurch der Leptinspiegel sinkt, Blutzucker- und Cortisolspiegel hingegen steigen.

Quelle

ÄrzteZeitung. n.rpv.media/3my