Geprägt von der jeweiligen Gesellschaftsform haben die Schamanen unterschiedliche Werdegänge, Riten, Praktiken oder Aufgaben; aber der Grundgedanke führt immer wieder zu der Vermittlung von Informationen im weitesten Sinne mit anderen Wirklichkeiten. Ich benutze hier bewusst nicht den schwammigen Begriff „Dimensionen“, sondern „Wirklichkeiten“, da sie als real empfunden werden.

Familiäre Strukturen, gesellschaftliche Vorgaben, Schule und Ausbildung, partnerschaftliche Interaktionen und die persönlichen Lebenserfahrungen auf den unterschiedlichsten Ebenen prägen die Weltanschauung eines jeden Menschen. Auch die Wissenschaft und Religion geben immer nur einen Teilaspekt des Kosmosgefüges wieder; ihre Erkenntnisse sind begrenzt und kein Dogma. Das jeweilige Weltbild ist eine Momentaufnahme, es kann sich schnell ändern, beispielsweise durch Nahtoderfahrungen oder schamanistische Kontakte. Als die russische Psychiaterin Olga Kharitidi im Altai-Gebirge, fernab jeglicher Zivilisation, der sibirischen Schamanin Umaj begegnete, machte sie spirituelle Erfahrungen von ungewöhnlicher Kraft, die ihr bisheriges, allein auf Rationalität gegründetes Weltbild infrage stellte. Diese als unwissenschaftlich bezeichneten Erkenntnisse baute sie in ihr bisheriges Medizinkonzept mit ein und erzielte verblüffende therapeutische Erfolge.