Horizont
Naturheilpraxis 05/2021

Schamanismus

Geprägt von der jeweiligen Gesellschaftsform haben die Schamanen unterschiedliche Werdegänge, Riten, Praktiken oder Aufgaben; aber der Grundgedanke führt immer wieder zu der Vermittlung von Informationen im weitesten Sinne mit anderen Wirklichkeiten. Ich benutze hier bewusst nicht den schwammigen Begriff "Dimensionen", sondern "Wirklichkeiten", da sie als real empfunden werden.

Ein Kommentar von Peter Germann
Lesezeit: ca. 6 Minuten
Sven Jakubitz

Familiäre Strukturen, gesellschaftliche Vorgaben, Schule und Ausbildung, partnerschaftliche Interaktionen und die persönlichen Lebenserfahrungen auf den unterschiedlichsten Ebenen prägen die Weltanschauung eines jeden Menschen. Auch die Wissenschaft und Religion geben immer nur einen Teilaspekt des Kosmosgefüges wieder; ihre Erkenntnisse sind begrenzt und kein Dogma. Das jeweilige Weltbild ist eine Momentaufnahme, es kann sich schnell ändern, beispielsweise durch Nahtoderfahrungen oder schamanistische Kontakte. Als die russische Psychiaterin Olga Kharitidi im Altai-Gebirge, fernab jeglicher Zivilisation, der sibirischen Schamanin Umaj begegnete, machte sie spirituelle Erfahrungen von ungewöhnlicher Kraft, die ihr bisheriges, allein auf Rationalität gegründetes Weltbild infrage stellte. Diese als unwissenschaftlich bezeichneten Erkenntnisse baute sie in ihr bisheriges Medizinkonzept mit ein und erzielte verblüffende therapeutische Erfolge.

Ein Schamane gibt nur weiter, wie er arbeitet, ohne dogmatisch auf seinem Weltbild oder seinen Techniken zu beharren. Aanakasaa, die Großmutter des grönländischen Schamanen Angaangaq, sagte einmal: „My way is not the only way.“ Angaangaq hat mit mir vor einigen Jahren gearbeitet und ich habe begriffen, dass die Selbsterkenntnis die Grundlage allen schamanischen Tuns ist. Erkenntnisse liegen nicht primär im Außen, sondern im Inneren einer Person, häufig überdeckt und blockiert. Das Ganze ist noch eingebettet in eine Gesellschaft, die außer einer rein rationalen Weltanschauung nichts anderes gelten lässt, was es für uns Mitteleuropäer sehr schwer macht, einen solchen Zugang zu finden.

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Naturheilpraxis 05/2021

Erschienen am 04. Mai 2021